Endlich hat sie mich wieder die schöne digitale Welt; 2 Jahre digitale Abstinenz und nun sofort losgelegt mit 21 Megapixeln der Canon EOS 5D MarkII:
Die Galerie Treppenhaus aus Erlangen startet seit heute mit einem Portfolio von 21 Fotografen auf der Fotogemeinschaft.de.
Die Fotogemeinschaft.de bietet ab sofort einen neuen Service für Betreiber von Fotogalerien an: Fotogalerien können mit einem verhältnismäßig kleinen finanziellen Aufwand ihr komplettes Galerie-Portfolio auf der Fotogemeinschaft.de präsentieren.
Erinnerungen als Polizeireporter bei einer Berliner Boulevardzeitung
Zum Thema „Das Unvermögen von Katastrophenbildern“ ein persönlicher Erfahrungsbericht aus sechs Jahren freier Mitarbeit als Text- und Bildreporter für die Berliner Boulevardzeitung B.Z.. Ich war damals, 1992, nach dem aus Hamburg verordneten Tod der Frauenillustrierten Für Dich, bei der ich noch dreieinhalb produktive Jahre als Bildreporter erleben durfte, arbeitslos, suchte einen Job und fragte auch bei „Berlins größter Zeitung“ B.Z an. Die Lokalredaktion war interessiert an einem Reporter, der sich im Land Brandenburg auskannte. Eine Anfrage bei Bild war gescheitert, weil ich weder perfekt Russisch sprach noch einen Scanner besaß, mit dem Tag und Nacht der Polizeifunk nach schlagzeilenträchtigen Unfällen, Morden usw. abgehört werden konnte. Und doch ergaben sich in diesen sechs Jahren immer wieder persönliche Kontakte mit den Kollegen der Konkurrenz (einbezogen hier auch der Berliner Kurier als drittes Hauptstadt-Boulevardblatt) – beim Wettrennen zum Tat/Unglücksort. Wer zuerst dort ankam, hatte auch als erster die Chance, ein Foto des Opfers zu ergattern. Meist von Angehörigen, die oft noch unter Schock standen. War Bild schneller, gab es eine kleine Chance auf Milde – „Bild hinterlässt verbrannte Erde“, hieß es. Diese Reporter waren meist recht jung, kämpften auf dem Berliner Pressemarkt mit großem Ehrgeiz um einen Platz an der Krippe.
… das wäre ein schöner Titel für eine semi-philosophische Abhandlung über Fotografie. Semi-philosophisch deshalb, weil im ernsthaften Wissenschaftsbetrieb, im Geisteswissenschaftsbetrieb Subjektivität verpönt ist, insonderheit bei den Deutschen. Niemand hat das besser als Nietzsche formuliert: Der deutsche Gelehrte liest und liest und liest, und wenn er nicht liest, denkt er nicht. Er ist durchs viele Lesen so trocken geworden, dass er verpufft, wenn man nur ein kleines Streichholz in seiner unmittelbaren Umgebung entzündet. Nietzsche zieht daraus für sich das Fazit: “In der Morgenröte meiner Kraft ein Buch zu lesen, das nenne ich lasterhaft.”
“Bürger: Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
wenn hinten, weit, in der Türkei,
die Völker aufeinanderschlagen.” (Goethe, Faust)
Katastrophenbilder aus fernen Ländern werden sehr oft lanciert, um von eigenen Problemen im Land abzulenken bzw. eigene Interessen an einem von der Katastrophe heimgesuchten Land zu verdecken.
Die fotografische und thematische Vermarktung von Katastrophen ist zudem äußerst lukrativ für Medienkonzerne. Katastrophenbilder spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: Presseauflagen steigen, das Fernsehen wird häufiger eingeschaltet, dubiose Spendenorganisationen freuen sich über neue Geldzuflüsse, Auslandstelefonate schnellen in die Höhe, Politiker können ihr Wohltäter-Image aufpolieren… Man hat wieder ein ‘unverfängliches’ Thema, das nichts mit dem eigenen Land zu tun hat und bei vielen Menschen natürlich einen Mitleidsreflex auslöst.
Meine Frau benötigt den Abstellraum, in dem ich bis vor kurzem noch genau 1,8 m2 für das Filmentwickeln Platz hatte, für diverse Wäscheständer. Die Duschkabine, in der ich meine Filme trockne, ist ein vom 3-jährigen Sohnemann gefährdeter Bereich. Wenn Filme trocknen, muss daher die Reinlichkeit der Familie hintenanstehen. Aus Zeitmangel wird die Filmentwicklung zu purer Nachtarbeit.
Versteht sich von selbst, dass bei solchem Zeit- und Platzmangel nur das Hybridverfahren in Frage kommt (also analog fotografiert und digital per Scanner und Photoshop weiterbearbeitet). Analog hochwertig gescannte S/W-Filme und Farbdias verschlingen terabyteweise Festplattenplatz. Ein 500 MB großes MF-Farbdia ist selbst mit einer Workstation nicht gerade flink zu bearbeiten.
“I’m known for taking pictures very close, and the older I get, the closer I get.” Bruce Gilden
In letzter Zeit entstehen Unmengen ziemlich langweiliger ‘Streetfotos’, die ich mir wie folgt erkläre: Ein gutsituierter Angestellter flaniert in seiner Freizeit durch die Straßen und versucht sich als HBC. Er entdeckt Laternen, die malerisch über einsamen Menschen schweben – KLICK; Straßen die einen schönen Bogen machen – KLICK; Menschen, die gar lustige Schatten werfen – KLICK; Jugendliche, die sich mit ihren Skateboards in der Luft drehen – im Gegenlicht natürlich – KLICK; Straßenschilder, die witzig Verwirrung stiften – KLICK; grüne Büsche vor roten Sportwagen – KLICK; etc. etc.
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